Hufpflege
Als Hintergrundinformation zu meiner Arbeit und Grundeinstellung verweise ich auf die Internetseiten „pro-barhuf.de“, „gesundehufe.com“ und „arianereaves.de“. Dort findest du viele hervorragende und ausführliche Beschreibungen und Erklärungen zum Thema Barhuf-Pferde, die ich an dieser Stelle lediglich wiederholen könnte.
Zum Grundgedanken der „Naturhufpflege“: ein gleichmäßiger, ständiger Abrieb ohne wiederkehrende abrupte Stellungsveränderungen kann nur beim barhuf laufenden Pferd erfolgen, das sich möglichst viel und auf unterschiedlichen Böden bewegt. Die Alternative – alle paar Monate eine „Scheibe“ des überlangen Tragrandes zu entfernen und die Stellung zu korrigieren – wird von jungen Pferden meist noch gut vertragen. Ältere Pferde können anschließend klamm gehen, wenn Sehnen und Bänder sich auf die plötzlich veränderte Winkelung einstellen müssen. Daher ist es die natürlichste und gesündeste Lösung, regelmäßig nur das nachgewachsene Horn zu entfernen, das sich ein frei lebendes Pferd in dieser Zeit abgelaufen hätte. Diese Intervalle sind je nach Haltung, Nutzung oder Korrekturbedarf (beispielsweise bei Hufrehe) sehr unterschiedlich. Beim beschlagenen Pferd entfällt außerdem ein Großteil der natürlichen Stoßdämpfung (weshalb gerne mit diversen Gummiplatten „nachgerüstet“ wird). Dadurch sind die Knochen beim Laufen auf hartem Untergrund deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als von der Natur vorgesehen. Kein Jogger käme auf die Idee, sein Training in Holzclogs zu absolvieren und diese über Wochen nicht auszuziehen…
Ein "normaler" Beschlag schützt lediglich den Tragrand und den äußeren Teil der Sohle. Warum spüren die Pferde es nicht mehr, wenn sie mit dem ungeschützten Strahl auf spitze Steine treten? Ist das nicht ein deutlicher Hinweis darauf, dass beschlagene Hufe durch Eisen insgesamt unempfindlicher werden? Wenn dieser Effekt durch eine verminderte Durchblutung (weniger Hufmechanismus) erzeugt wird, wirken Eisen dann nicht wie eine "chemiefreie Schmerztablette"? Wie schlimm muss ein Huf im Inneren geschädigt sein, wenn ein Pferd irgendwann trotz Eisen zu lahmen beginnt? Wenn ich diese Dinge hinterfrage, wünsche ich mir Pferde, die mir frühzeitig signalisieren, wenn mit ihren Hufen etwas nicht in Ordnung ist.
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| So sahen die Hufe aus, bevor ich alles „besser“ machen wollte… |
Bei meinen eigenen Pferden bearbeite ich die Hufe seit über 20 Jahren regelmäßig in Eigenregie – mit einer vorübergehenden Unterbrechung: als ein Pferd Ende 2002 Hufrehe bekam und ich daher meinte, alles (oder zumindest sehr viel) bei der Hufbearbeitung falsch gemacht zu haben. Mehr dazu unter „Meine Pferde“.
Nach mehr als vier (!!!) Jahren, in denen ich unter Anleitung ausgebildeter Barhuf-Fachleute meine bisherige Bearbeitungsweise grundlegend änderte und das gewünschte Ziel „geländetaugliche Barhufe“ nicht wieder erreichte, stellte sich im Frühjahr 2007 schließlich heraus, dass beide Pferde Equines Metabolisches Syndrom (EMS) hatten! BEIDE Pferde hatten einen so schweren Hufreheschub, dass sie im April 2007 fast ausschließlich gelegen haben. Sogar im Sand konnten sie nur noch unter extremen Schmerzen laufen. Endlich begann ich zu begreifen, dass nicht jedes „Hufproblem“ zwangsläufig nur mit der Hufbearbeitung zu tun haben muss. Meine langjährige von mir als „laienhaft“ eingestufte Hufpflege war völlig in Ordnung – ich habe noch alte Fotos, die dokumentieren, wie gleichmäßig und gesund alle acht Hufe aussahen, nachdem sie 8 Jahre lang ausschließlich von mir gepflegt wurden. Was ich viele Jahre erfolgreich praktiziert habe, finde ich heute unter dem Begriff „Naturhufpflege“ im Internet…
Meine Pferde waren schlicht und ergreifend über mehrere Jahre viel zu fett und hatten ein Stoffwechselproblem!
Ein letztes Mal wurden die Hufe zu diesem Zeitpunkt „fremdgeraspelt“ – und die Pferde liefen anschließend eine Woche lang noch schlechter… Rückblickend gesehen wäre diese Bearbeitung ein paar Wochen später genau richtig gewesen – aber eben nicht in diesem Moment, in dem alle acht Hufe noch akut entzündet waren.
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| Dustys Vorderhufe im Juli 2007 der „Reheknick“ ist noch deutlich sichtbar |
Dustys Vorderhufe im Oktober 2007 so gut wie neu! |
Nein, ich habe keine anerkannte Ausbildung in der Hufpflege, sondern mir meine Kenntnisse in den letzten 20 Jahren überwiegend in Eigenregie angeeignet, weil ich immer das Bestmögliche für meine Pferde wollte. Daher absolvierte ich praktische Kurse in der Hufpflege, las die Bücher von Fritz Rödder, Armin Kaspar, Jochen Biernat sowie die 500-seitige blaue Strasser-„Bibel“ und buddelte im Garten abgetrennte Beine mit Hufen von Schlachtpferden ein, die ich dann nach einigen Monaten als blanke Knochen zu Anschauungszwecken wieder ausgrub… Sehr informativ!
Aber erst seitdem ich erneut angefangen habe, mit all diesem Hintergrundwissen in erster Linie auf meine Pferde zu „hören“, funktioniert auch die Hufbearbeitung – so wenig wie möglich, aber soviel wie nötig und dies zum richtigen Zeitpunkt - wieder!
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| Ginas „Schnabelhufe“ vorne im Juni 2007 | Ginas Vorderhufe im Oktober 2007 |
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Ginas Hinterhufe im Juni 2007 |
Ginas Hinterhufe im Oktober 2007 schon viel besser! |
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| Ginas Vorderhuf von unten im September 2009 nach einem flotten Galopp auf Sandsteinschotter |
Das „Aha-Erlebnis“: Winter 2006, Ausritt mit einer Freundin. Ihr Jungpferd mag auf den Schotterwegen nicht richtig auftreten, während mein Pferd zwar nicht optimal, aber doch deutlich besser zu Fuß ist. Bei einer kurzen Rast schaue ich unter die Vorderhufe ihres Pferdes und biete ihr an, in den nächsten Tagen ein paar kleine Korrekturen an den Hufen vorzunehmen. Zunächst sehr skeptisch von der Besitzerin beobachtet, nehme ich mir die Hufe ihrer Pferde vor. Die drei sind extrem kooperativ, sogar das Jungpferd, das beim letzten Hufschmiedetermin angeblich ziemlichen Ärger verursacht hat („Hinten brauchst du gar nicht erst ran zu gehen, der schlägt dich tot.“ Nö, im Gegenteil, er kaut und schmatzt friedlich vor sich hin…). Am nächsten Tag bekomme ich einen Anruf: alle drei Pferde laufen plötzlich deutlich munterer über Steine und Schotter… :o))))))
Das hat mich sehr gefreut! Ende 2006 habe ich die Hufpflege als Nebengewerbe angemeldet. Damit wollte ich mir vor allem die Möglichkeit frei halten, auch nach Inkrafttreten des neuen Hufbeschlaggesetzes meine eigenen Pferde weiterhin selbst bearbeiten zu dürfen.
Wenn ich auch einmal bei dir und deinem Pferd vorbei schauen soll:
Eine Hufbearbeitung dauert ca. 40-60 min und kostet 35 Euro,
für die Anfahrt bekomme ich 0,30 Euro pro gefahrenen km, also 0,60 Euro pro Entfernungskilometer.
Bei besonders schwierigen/aufwändigen Bearbeitungen berechne ich ggf. den zusätzlichen Aufwand nach Absprache.
Mein Versprechen an dich und dein Pferd: keine „Schnellabfertigung“, sondern die bestmögliche Hufpflege und Beratung, damit dein Pferd gesund zu Fuß bleibt oder diesem Ziel jedes Mal ein Stückchen näher kommt!
Auf deine Fragen bekommst du ehrliche Antworten und Informationen – und dies wünsche ich mir im Gegenzug auch von dir, denn dein Pferd profitiert davon, dass wir uns ergänzen. Eine optimale Hufpflege bedeutet keinen „Einheitsschnitt“, sondern immer eine individuelle Anpassung an das einzelne Pferd, seine Haltung und Nutzung und ist manchmal auch abhängig von Jahreszeit und Wetter.
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| Dustys Hinterhufe im Oktober 2007 prima! |
Dustys Hinterhuf im Oktober 2007 SO soll ein Strahl aussehen! |
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| Dustys Hinterhuf noch einmal im September 2009 |
Ginas Hinterhuf im Oktober 2007 von unten |
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| Ein Hufgeschwür, das an Ginas rechtem Vorderhuf Ende Mai am Kronrand aufbrach 23.07.09 |
Ginas Hufgeschwür im September 2009 sie lahmte im Mai nur ganze fünf Tage |
Katrin Krug * 31655 Stadthagen * 0176 – 78 45 68 25 (evtl. SMS wegen Funkloch)














